Gut. Böse. Welche Verpackung ist das kleinere Übel?

Man kann nicht alles richtig machen. Und oft bekommen wir etwas nicht ohne Verpackung. Nur welche ist die „Beste“? Für mich:

1. Pappe/ Papier

2. Glas

3. Aluminium

4. Kartonverbundstoff (Tetra Pak)

5. Plastik

6. Bioplastik

7. Alles Andere.

Pappe/ Papier. Nachwachsender Rohstoff, in der Recyclingvariante jedoch die bessere Umweltbilanz, verbraucht weniger Ressourcen, Energie, Wasser als frisch vom Baum.

Glas. in Herstellung und Recycling teurer, hat es jedoch deutlich bessere Recyclingeigenschaften als Plastik. Durch sein Gewicht ist die Energiebilanz im Transport schlechter. Der Rohstoff ist Sand -> Sahara, Wüste und so. Glas selbst nimmt keine Schadstoffe o.Ä. auf, es gibt beim Recycling keine Qualitätseinbußen. Gläser kann man später gut zur Aufbewahrung oder zum Einkochen nutzen.

Aluminium. Gut recycelbar, der beim Abbau entstehende Rotschlamm ist jedoch extrem giftig, für angrenzende Bewohner und die Umwelt katastrophal. Außerdem löst es sich bei Berührung mit Säuren oder Laugen, weshalb z.B. Konserven innen mit Plastik beschichtet sind. Alufolie zum Abdecken von Lebensmittel fehlt uns übrigens NULL. Teller/Unterteller oder auch eine umgestülpte Kuchenform zum Abdecken, fertig, kostenlos.

Tetra Pak. Vereint Zellstoff (Baum), Aluminium und Plastik und suggeriert immer wieder, dass es die ökologisch verträglichste Variante sei. Stimmt leider so nicht und es gibt aktuell einen informativen Artikel im Stern dazu, der auf Informationen der Deutschen Umwelthilfe basiert, die wegen Irreführung der Verbraucher bereits gegen Tetra Pak geklagt hat.

Plastik. Nur wenige Inhaltsstoffe von Plastik sind bekannt. Die Industrie sagt: Betriebsgeheimnis. Das scheint wichtiger als der Schutz und die Gesundheit der Verbraucher. Wir wissen also nicht, was um unsere Lebensmittel herum ist. Plastik ist der einzige Verpackungsstoff, der sich in der Natur nicht abbaut und so ist jedes Fitzelchen in der Gesamtheit eine Gefahr für uns, unseren Planeten, die Nahrungskette. Die meisten Plastiksorten können nicht einmal recycelt werden, auch wenn man uns das immer wieder vermitteln will. Reines Gewissen dank gelbem Engel, ähm, Sack… Eine Übersicht über die Plastiksorten und welche recyclingfähig sind, gibt es beim BUND. Am besten ist Weglassen. Ihr kommt auch so noch mit ausreichend Plastik in Berührung, keine Angst ;)

Bioplastik. Eigentlich ist der Ansatz toll. Doch wird es nun mit „gutem Gewissen“ in die Landschaft geworfen, weil schlaue Leute denken: Ist ja abbaubar. Ist es nur unter speziellen Bedingungen. Und solange ich nicht ausschließen kann, dass dieses Material aus Lebensmitteln gewonnen wird, will ich es nicht benutzen. Essen kommt bei uns in den Magen.

FAZIT: Die beste Verpackung ist keine Verpackung. Und trotzdem: Manchmal geht es eben nicht ohne. Sauberkeit und Hygiene sind wichtig und ein Privileg unserer Zeit, wenn ihr es nicht übertreibt. Gerade also bei Medikamenten kann Verpackung durchaus Sinn machen. Und wenn ihr etwas anderes nicht ohne bekommt, dann müsst ihr da eben auch durch. Oder ihr findet Alternativen. Fragt meinen Mann, es ist der größte Spaß für mich, so lange hartnäckig zu bleiben, bis ich eine unverpackte Variante gefunden habe. Neulich z.B. Lorbeerblätter. Und dann stehe ich in der Küche einer Freundin meiner Mutter und zufällig hat sie einen riesigen Strauß in ihrer Schublade… Keine Verpackung, keine Kohle bezahlt.

3 thoughts on “Gut. Böse. Welche Verpackung ist das kleinere Übel?

  1. Huhu,
    Super schöner Artikel. Finde deine Seite und Ideen klasse!
    Bei deinem Artikel ist mir allerdings ein kleiner Fehler aufgefallen. Habe letztens eine Doku über Glas gesehen. Für die Herstellung von Glas kann scheinbar kein Wüstensand verwendet werden, da dessen Struktur zu glatt ist. Stattdessen wird Sand z.B. von Stränden und aus dem Meer verwendet … was wiederum schwere Folgen für das Ökosystem hat.
    liebe Grüße Simone

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