Simply Zero! Und wie fang ich an??

Unser WocheneinkaufWenn es bei euch geklickt hat, wollt ihr bestimmt alles auf einmal. Ich konnte mich kaum bremsen, so toll und naheliegend war die Idee, ein Zero Waste Leben zu führen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen: Lasst euch Zeit und habt Geduld! Mit euch und mit allen Anderen. Der Konsumrausch ist so tief in unserer Gesellschaft verankert, das ändert sich nicht von heute auf morgen. Macht kleine Schritte.

**Beginnt damit, euer Obst und Gemüse lose statt in der Tüte zu kaufen. Für Kleinteiliges benutzt ein Wäschenetz oder spezielle Säckchen, z.B. von ECOBAGS Die sind Leichtgewichte, so dass man sie mitwiegen kann. Milch, Joghurt, Getränke gibt es im Pfandglas.

**Bringt euch Nähen bei, wenn ihr darauf Lust habt oder eine andere handwerkliche Fähigkeit. In Repair Cafés wie der Dingfabrik in Köln gibt es einen Abend pro Woche, wo man von Helfern unterstützt wird. Als Mitglied kann man immer kommen und Werkzeug, Nähmaschinen etc. benutzen, ohne sich gleich wieder mit neuem Kram zu Hause einzudecken und viel Geld dafür auszugeben.

**Macht euch frei von eurem Zeug. Mein Tipp: Alles nacheinander. Erst Bücherregal, dann Küchenschrank, dann Kleiderschrank, Bad usw. Ich klebe auf Dinge, bei denen ich mir unsicher bin, einen Zettel vom aktuellen Datum und weiß ein paar Monate später, ob ich sie überhaupt noch benutze. Sucht nach Multifunktionalem: Mein Teesieb z.B. ist gleichzeitig perfekt, um Puderzucker zu streuen. Meine Espressotassen sind gleichzeitig Eierbecher. Schüssel+Untertasse=Aufbewahrung für Essensreste. Und so weiter.

**Mehrweg! Unsere Stoffservietten habe ich aus einer ausgemusterten Tischdecke genäht. Statt Küchenrolle benutze ich japanische Stofftücher von Muji, eure Geschirrhandtücher oder ein zerschnittenes altes Betttuch tun es auch. Achtet darauf, dass die Baumwolle nicht zu fusselig ist! Stofftaschentücher – Wer „Igitt!“ denkt: Was ist mit deinen Unterhosen? Einweg? Strohhalme aus Edelstahl hatten wir zufällig schon zu Hause rumliegen, ich bin aber verblüfft, dass Zero Waster dafür mit als erstes Mehrweg-Ersatz suchen… Vielleicht ändert sich meine Einstellung, wenn unser Sohn Hugo Kindergeburtstage feiert. Apropos Kinder: Windeln! Feuchttücher! Darüber könnt ihr bald in meinem Gastbeitrag bei www.zerowasteblog.de lesen.

**Wohin mit dem Überfluss? Ihr werdet euch immer öfter wundern: „Wieso nochmal brauchte ich UNBEDINGT ein spezielles Sowieso?“. Fragt euch, wer sich darüber freuen könnte. Papiertaschentücher, Frischhaltefolie, Papierservietten etc. habe ich an Freunde und Familie verschenkt, die diese Dinge auch ohne mich kaufen würden. Auch Duschgel und Kosmetik, die ich nicht mehr benutzen wollte. Ansonsten Ebay, Kleinanzeigen, Gemeinnützige Einrichtungen wie Oxfam, die Kleiderkammern vom Roten Kreuz, Diakonie etc. Was nach einem Flohmarkt übrig bleibt, bringen wir am nächsten Morgen zu einem 2nd Hand mit eigenen Werkstätten, dort werden z.B. kaputte Sachen von Langzeitarbeitslosen repariert – solche Einrichtungen sind mir am Liebsten.

4 thoughts on “Simply Zero! Und wie fang ich an??

  1. Finde deinen Blog super. Auch ich bin seit einem Jahr dabei, unseren Haushaltsmüll zu minimalisieren und vorallem überflüssige Plastikverpackungen bzw. Plastikprodukte zu vermeiden. Es ist tatsächlich erstaunlich wieviele Dinge man plötzlich nicht mehr braucht (Frischhaltefolie, Küchenrolle, Papiertaschentücher, Feuchttücher,…..). Ich hoffe, dass der Verzicht von Verbrauchern auf solche Einweggüter der Industrie den Weg in Richtung Nachhaltigkeit weisen wird. Die Mehrheit der Menschen ist nämlich bestimmt nicht bereit ihren Lebensstil dahingehend umzustellen.

    1. Danke!
      Ja, bei vielen Dingen merkt man, dass sie einem null fehlen oder dass Alternativen leicht zu finden sind.

      Müll- und Plastikvermeidung rücken auf jeden Fall mehr und mehr in den Fokus, auch wenn es gleichfalls viele Menschen gibt, die da eine echte Abwehrhaltung entwickeln… So ist das wohl ;-)

      Viel Spaß jedenfalls weiterhin hier!

  2. Lasst euch Zeit und habt Geduld! … Alles nacheinander.

    Das sind super Tipps, genau so denke ich kann man dieses scheinbar gigantische Problem zu einem leichten Spiel machen. Komplett das Leben umstellen? Das geht nur ein Schritt nach dem Anderen.

    Mir gefaellt Dein Blog!

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