Sommerloch Ende. Oder: Ein bisschen scheitern leicht gemacht.

sommerkindSeit Monaten hatte ich mich auf den Plastic Free July gefreut, wollte alles toll und gut machen und mir Spezialchallenges ausdenken, um euch und mich zu pushen. Hier sollte stehen, wie erfolgreich ich war. Und dann… kam alles anders…

Manchmal kann man seine Lieblingsideale eben nicht durchhalten und diesen Sommer war es nun bei mir so. Wohnungssuche. Mann nur sonntags in der Stadt. Kinderbetreuung macht Sommerpause. Hochschwanger. Umzug. Renovierung. Alleine auspacken. Immer noch hochschwanger. Rekordhitze. Sohn zickt beim üblichen Essensangebot. Waschmaschine defekt. Und und und… Verteidigen muss sich keiner für das, was er tut oder lässt, wenn es um Zero Waste geht. Zumindest finde ich das. Manche Begründungen, etwas NICHT zu tun, klingen zwar mal etwas vorgeschoben, trotzdem kann jeder seine Entscheidungen selbst treffen.

Ich jedenfalls habe in einigen Belangen auf Zero Waste gepfiffen:

ESSEN Einiges verpackt gekauft. Zwischendurch sogar mal an der Supermarkt-Käsetheke gelandet… Doch das war allein geschmacklich so wahnsinnig unbefriedigend. Zum Umzug Pizza beim Lieferservice bestellt. – mal alle Augen zugedrückt –

WICKELN Waschmaschine kaputt. Zweimal! Einwegwindeln benutzt und gefragt worden, ob ich denn nicht per Hand waschen kann. Nein, nicht hochschwanger. Nicht mit Kleinkind am Rockzipfel. Nicht bei 35 Grad. Nein, nicht mal annähernd. Windelwaschen im Kochtopf und in der Wanne… Deshalb begann überhaupt erst der Siegeszug von Pampers & Co. Deshalb denken die meisten immer noch, Stoffwindeln sind zeitaufwändig und ätzend.

WOHNUNG Teile der neuen Küche neu und verpackt gekauft. Mit Näherrücken des Geburtstermins sollte das Zentrum der Wohnung kein Provisorium mehr sein. 2 Wochen vergebliche Suche, auch der Kühlschrank wurde neu gekauft. Zum Schutz der Fenstergläser für’s Streichen Folie gekauft.

SCHÖNSEIN Sonnencreme. Rothaarig, sommersprossig und hautempfindlich: Da geht kein Weg dran vorbei. Wir fühlen uns zwar im Schatten wohl, aber die Städteplaner haben Köln nicht so angelegt, dass man damit immer durchkommt.

FREUNDE Mhhh, eigentlich keine Reinfälle zu verzeichnen. Wie schön!

Lief denn was gut?! Ja!!

KombiPommesWindelnRenovierungWhg01ESSEN Bei Hitze liebt mein Sohn viel viel saftiges Obst. Für die Ausflüge ans Wasser habe ich immer ein großes Glas voll Ananas, Nektarinen, Beeren und was wir sonst noch so mögen, eingepackt. Lust nach Pommes vom Schwimmbadbüdchen? Ein Gläschen Ketchup und eine Schale von 8pandas mitgenommen, die haben sie uns gerne aufgefüllt und zwar wie immer sehr großzügig, wenn wir irgendwo mit eigenem Geschirr hinkommen. Den Platz im neuen großen Gefrierabteil aufgefüllt mit Fertignahrung für die Zeit nach der Geburt: Selbstgemachte Bolognese, Gemüsebratlinge, Pizza. Geht super!

WICKELN Wie viel Geld und Windeln und Feuchttücher man mit Einweg braucht!! Da habe ich dann eine Ersatzmaschine für die Reparaturdauer gefordert. Ging einfach nicht mehr klar… Und nochmal einen Schwung Stoffies gekauft, damit es für 2 Kids auch ausreicht!

WOHNUNG Den Boden beim Streichen mit alten Zeitungen und gebrauchtem Malervlies aus recycelten Textilabfällen abgedeckt. Weiße Wandfarbe wurde in der Supermegapackung gekauft. Farbige Wände haben wir größtenteils mit Resten gestrichen, die wir von einer anderen Wohnungsrenovierung geschenkt bekommen haben. Teppiche wurden gereinigt, auch wenn manch einer sagte, für das Geld kann man sich ja auch neue kaufen… Wieso sollten wir? Überbleibsel vom Vormieter wie Balkonfliesen, Duschwand, Küche über Kleinanzeigen verkauft und verschenkt. Sogar die alte, verschnittene Küchenarbeitsplatte. Also kaum Sperrmüll. Für angemischte Farbreste am Kiosk gegenüber leere Haribo-Töpfe inkl. Deckel geholt, damit wurden extra Plastikeimer vom Baumarkt unnötig.

SCHÖNSEIN Verpackung der Sonnencreme aus recyclingfähigem Plastik. Und die Entdeckung, dass LUSH LSF30 im Block verkauft -> Für’s nächste Jahr! Meine Haare, die ich gelassen habe, sind nicht zur Gänze beim Friseur im Eimer gelandet. 35 cm Zopf sind mit der Post zu BVZ Rapunzel gereist, wo sie 2016 mit anderen Haarspenden zugunsten einer gemeinnützigen Organisation versteigert werden.

FREUNDE Die eine bringt uns Brot vom Foodsharing-Fairteiler mit, die andere packt das geschnippelte Gemüse für’s Picknick in Einmachgläser statt in Alufolie oder Plastik. Und ich freue mich immer wieder, dass unsere Art zu Leben für Menschen, die uns wichtig sind, nicht (nur) ein Spleen, sondern auch Inspiration und Motivation ist.

Und die Moral von der Geschicht‘? Manchmal läuft es gut. Und manchmal eben nicht. Also bleibt locker und lasst euch nicht unterkriegen!

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