Weniger!

KuenSchlafen03

Ein beständiger Begleiter in unserem Alltag ist die Chaosbeseitigung. Im Kopf und im Haushalt. Wenn es da erstmal „Klick“ gemacht hat, ist es immer wieder erstaunlich, wie leicht wir uns von Dingen trennen können, die wir mal UNBEDINGT brauchten und wollten, und wie wenig wir sie vermissen.

Aber warum soll man überhaupt Ausmisten? Es gibt ja solche, die ein bisschen Chaos nicht stört. Oder solche, die gerne Putzen. Oder solche, die ihre Wohnung gerne voller Sachen haben. Oder einfach sehr viel Platz. Bitte! Macht nur! Aber wir z.B. wohnen gerne zentral in der Großstadt, was bei uns bedeutet, zu Viert auf 80 Quadratmetern. Wir mögen Putzen und Aufräumen am Liebsten, wenn es schnell und einfach geht. Wir wollen keinen optimalen Stauraum, sondern möglichst wenig davon.

Dabei gibt es zwei zentrale Fragen, die wir uns stellen:

Brauche ich das wirklich?

Liebe ich es wirklich?

Mindestens eine der beiden Fragen solltet ihr mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten können. Je nachdem, wie mutig ihr seid, am Besten beide! Dann, und das betrifft vor allem praktische Teile wie z.B. das Küchenequipment:

Kann ich es durch etwas ersetzen, dass ich auch schon habe?

KücheZum Beispiel:

  • Einkaufstasche aus Baumwolle = Salatschleuder (Wie gehen dafür kurz auf den Balkon und drehen 2-3 Runden)
  • Teesieb = Puderzuckerstreuer
  • Salatschüssel = Teigrührschüssel
  • SD-Speicherkarte = Externe Festplatte
  • Handtuch = Schwimmbadliegetuch
  • Picknickdecke = Kinderwagenkuscheldecke = Spieldecke für’s Baby
  • Glasvase = Teelicht
  • Müslischüssel + Teller = Aufbewahrungsbehälter für Essensreste
  • Putzeimer = Eimer für Wischmopp

und was euch sonst noch so einfällt. So spart ihr euch auch einige Neu- oder Gebrauchtanschaffungen.

Aber es ist ein Erinnerungsstück!!

WohnenMhhh, ja, also… Für manche ist das ein sehr sehr heikles Thema… Und es muss jeder selbst entscheiden. Aber auch hier entscheiden wir immer danach, was uns besonders wichtig ist. Und nehmen die Erinnerungsstücke immer mal wieder zur Hand und prüfen, ob sie noch Bedeutung haben. Zum Beispiel die ersten Babysachen von unseren Kindern. Ich wollte alles aufheben, für Geschwister und Freunde. Dann dachte ich, sie werden sich selbst Sachen kaufen, die sie gerne haben wollen und dazu noch jede Menge geschenkt kriegen. Eine kleine Kiste mit wenigen Teilen ist es dann geworden. Aber schon nach wenigen Wochen war die Babykleidung schon nicht mehr so emotional behaftet wie noch in dem Moment, als sie dem kleinen Mops entgültig nicht mehr passten. Nun also gibt es noch eine Mini-Wollmütze und den allerersten Petit Bateau Body mit Roboter drauf. Diese Teile erinnern mich einfach an die ersten Tage mit den kleinen Geschöpfen und finden durch ihre Größe eine Zwischennutzung als Puppenkleidung.

KinderzimmerAuch für alles andere gilt: Findet heraus, was euch wirklich wichtig ist, wovon ihr einen Nutzen habt. Alles, was ihr „vielleicht irgendwann einmal brauchen könntet“, darf weg. Falls es doch einmal nötig wird, bekommt ihr etwas Ähnliches bestimmt wieder!

Wohin mit dem ganzen Kram?

  • Spenden und Verschenken: An Sozialkaufhäuser, Kindergärten, Schulen, Freunde, Obdachlose etc. Überlegt euch immer, wem es von Nutzen sein könnte. Stoffreste, Farben, Aktenordner, Klarsichtfolien, Stifte etc. bekommt zum Beispiel immer eine Freundin von mir, Grundschullehrerin. Und erzählt mir immer, wie die Kids ausgeflippt sind vor Freude, selbst die desinteressiertesten Jungs Segelboote mit Glitzerstoffen gebaut haben. Oder nach dem Kunstunterricht die Tische nicht mehr mit rauen Mengen Papierservietten sauberwischen, sondern Lappen aus unserem alten Bettlaken dafür nutzen. Gibt es vielleicht bei euch in der Nähe eine Aktion wie der
  • Verkaufen und Tauschen: Auf dem Flohmarkt oder Internetseiten wie ebay, fairmondo, Kleiderkreisel, Mamikreisel, gebraucht.de, rebuy, booklooker, ebay Kleinanzeigen, Tauschticket, daWanda
  • Recyceln: Was Müll ist, ist Müll. Und was ihr wegschmeißen wollt, recycelt, damit es optimal wiederverwertet werden kann. Bei den Abfallbetrieben eurer Stadt könnt ihr euch darüber informieren, wo ihr was am Besten entsorgt.

ArbeitenVor ein paar Tagen sprang uns übrigens das Glück zur Seite: Der große Büroschrank krachte nach 30 Jahren und unzähligen Umzügen zusammen. Erster Impuls: Was holen wir uns jetzt für einen Schrank?? Zweiter Impuls: Keinen! Wir sortieren nochmal 2/3 aus, digitalisieren und kommen nun wunderbar mit dem kleinen Schrank aus, der glücklicherweise überlebt hat!

 

One thought on “Weniger!

  1. Liebe Verena,
    das schöne am Minimalismus ist für mich, dass der Weg für mich das Ziel ist. Es ist nicht mein Anspruch nur sehr sehr wenig zu besitzen. Sonder Besitz in einem für uns in der jeweiligen Situation angepasstem Maß. Ich liebe es auszumisten, es beschert mir ein befreites Gefühl. Manches, was noch vor einiger Zeit eine große Bedeutung hatte, passt heute nicht mehr zu unserem Leben, aber andere können es noch gut gebrauchen.
    Jedes mal wenn wir etwas an Andere abgeben, freue ich auch darüber, dass die Produkte weiter verwendet werden und der Andere sie nicht neu kaufen musste und die eingesetzten Ressourcen weiter genutzt werden.
    Liebe Grüße Britta

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