Meine (fast) Zero Waste Schokolade.

OBC_Neue_Tafeln_2014_PackshotIch werde oft gefragt, wie ich das mit dem verpackungsfreien Einkaufen mache. Verstehe ich total, damit hat man jeden Tag zu tun und Müll runterbringen nervt. Aber auch, wenn das Ganze seinen Anfang mit den Müllmengen in Indien nahm, bedeutet Zero Waste für mich nicht nur primär, den täglichen Verpackungsmüll zu vermeiden. Es bedeutet vor allem auch, seine Zeit, sein Geld, seine Energie für gute Entscheidungen zu nutzen.

Ich liebe Schokolade. Die ist immer verpackt. Noch viel schlimmer wiegt aber die Herstellung. Kakaobohnen sind wie Kaffee eines der Produkte, die in ihren Anbauländern unter menschenunwürdigsten Bedingungen, unterirdisch miserabler Bezahlung, Kinderarbeit und Zerstörung des Lebensraum von Mensch, Tier und Pflanze gewonnen werden. Eigentlich Gründe genug, absolut überhaupt keine „normale“ (wieso darf eigentlich die kranke Variante immer „normal“ genannt werden?!) Schokolade mehr zu kaufen. Nur was, wenn sie zum Glücklichsein irgendwie ja doch dazugehört?

Als ich im Februar beim salonfestival eingeladen war, um von unserem Zero Waste Leben zu erzählen, lernte ich Philipp Kauffmann, den Gründer von OriginalBeans kennen, das Umweltschutzding liegt ihm in den Genen und ich hatte Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, wie Schokolade funktioniert und warum seine so 180 Grad anders ist.

Daraufhin habe ich mir mal die Inhaltsliste einer gewöhnlichen Lindt-Schokolade angeguckt:

Zucker, Haselnüsse, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Kakaomasse, Milchzucker, Magermilchpulver, Emulgator Sojalecithin, Gerstenmalzextrakt, Aroma.

Dann guckte ich mir die Inhaltsliste meiner Lieblingsschokolade Femme de Virunga von OriginalBeans an:

Kakaomasse, Rohrohrzucker, Kakaobutter, Vollmilchpulver

That’s it. Geschmacklich? Bombe! Genuss statt Konsum. Klar, das hat auch seinen Preis. Aber ich finde immer, wenn es ein wirklich gutes Produkt ist, lohnt sich das auch. Wenn ich so ein lebensmittelchemisches Mischmasch bekomme, hab ich auch keine Lust, den kleineren Preis zu zahlen und lasse es lieber gleich bleiben.

Und warum jetzt Zero Waste?

*Weil sie weltweit die erste klima-positive Schokolade ist. Für jede Tafel wird ein Baum im Regenwald gepflanzt. Und zwar nicht durch Zertifikate, sondern von OriginalBeans direkt im Anbaugebiet. Dadurch spart sie 274g mehr CO2 ein als sie in der Herstellung verbraucht.

*Es ist die erste Schokolade in vollständig kompostierbarer Verpackung. Sie besteht aus FSC-zertifizierter Holzzellulose und enthält eine hauchdünne metallische Schicht (0,02%), die Feuchtigkeit, Geruch und UV-Einstrahlung verhindert und kompostiert vollständig innerhalb weniger Wochen. Klar ist nicht von vornherein Verpackung vermieden, aber da Schokolade fremde Gerüche stark aufnimmt, ist es hier schwer möglich, komplett auf Verpackung zu verzichten oder nur Papier zu benutzen.

OBC_kompostierbare Folie

Ich bekomme übrigens kein Geld dafür, dass ich euch OriginalBeans empfehle. Ich finde es aber ein hoffnungsvolles Beispiel für wirklich nachhaltiges Handeln.

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