ReDesign. Die Buchrezension. Upcycling ganz anders.

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Wusstet ihr, dass wir im Schnitt nur 20 % unseres Kleiderschranks wirklich nutzen?! Der Rest wird selten bis nie getragen! Passt nicht, ist kaputt oder einfach in Vergessenheit geraten unter all den anderen Teilen.

Aber was damit machen?! Ich hatte diesen Monat die Gelegenheit, in ein brandneues Buch zum Thema Upcycling reinzuschnuppern und ich kann euch schon jetzt verraten, dass ReDesign von Sonja Wöhrenschimmel-Wahl alias der Bloggerin Frau Jona&son nicht zu diesen flippig verspielt bunten Bastelbüchern gehört, die man sonst so in die Hände bekommt!

01 DIE BASIS

Wer den legendären Frustausbruch „Ich hab nix zum Anziehen!!“ kennt, dem gibt die Autorin im ersten Teil des Buches eine Anleitung, den eigenen Kleiderschrank zu überarbeiten, so dass sich zwangsläufig schon mal ein Körbchen mit potentieller ReDesign-Ware bildet.
Secondhand und Grüne Mode sind weitere Quellen einer gut sortierten Garderobe. Auf diese Punkte geht die Autorin auch ausführlich ein, räumt mit Vorurteilen gegenüber Secondhand auf und bekräftigt an verschiedenen Beispielen die Vorteile nachhaltiger und fair produzierter Kleidung.
Für Leserinnen, die sich mit diesen Aspekten noch nicht so sehr auseinandergesetzt haben, ist das sicher sehr interessant und einprägsam, ich hatte irgendwann das Gefühl, endlich zur Sache kommen zu wollen.

02 INSPIRATION

Spricht eigentlich für sich. Frau Jona&son geht grundsätzlich auf die Wirkung von Farben und auf die einzelnen Farbtypen ein, auf Formen und den individuellen Style. ReDesign macht schließlich nur dann wirklich Spaß, wenn man die umgearbeiteten Herzstücke auch trägt, wenn sie zu einem selbst und den anderen Teilen im Schrank auch passen.

03 TECHNIK

Ob Applikation, Kartoffeldruck, Färben usw. Insgesamt 15 verschiedene Möglichkeiten, die Oberfläche des Stoffes zu bearbeiten, werden kurz, knackig und verständlich erklärt. Die meisten sind einfach und machen Spaß. Shibori zum Beispiel, eine alte japanische Handwerkstechnik, ähnlich dem Hippiebatiken, nur schöner!
Weiterhin erhält die Leserin einen Einblick in die einfache Schnitterstellung und einen kleinen Reparaturkurs.

04 ReDESIGN

Hier geht’s ans Eingemachte. Nach einer kurzen Übersicht über Materialien und Werkzeug teilen sich die über 40 Nähprojekte in die Stufen Light, Medium, Dekonstruktion und New ein. Kleinere Oberflächengestaltung, einfache Veränderungen, komplett neu zusammengesetzte Teile oder neue Accessoires aus Reststücken, die Anleitungen umfassen viele verschiedene Ideen, wie ihr eure ausgemusterten Teile verändern könnt. Die Anleitungen sind übersichtlich, kurz, einfach erklärt und geben der Leserin die Möglichkeit, das Ganze auf Ihr persönliches Kleidungsstück umzusetzen. Nicht alle Designs entsprechen unbedingt meinem Geschmack, andere wiederum finde ich super gut und inspirierend, wie das Leinenoberteil vom Cover oder eines der bemalten Teile. Aber Geschmäcker sind ja verschieden.

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Ein auffällig großer Teil der ReDesign-Ideen nehmen ausrangierte Männerhemden als Basis. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sich damit wahnsinnig viel anstellen lässt, aber wenn es darum geht, die ungenutzten Teile aus dem eigenen Kleiderschrank zu reanimieren, greift das ein wenig einseitig. Zum Glück für alle männerhemdenfreien Kleiderschränke gibt es noch viele andere Ideen in dem Buch!

MEIN FAZIT

Das Buch ist gestalterisch toll aufgebaut, nicht zu viel Schischi und Tammtamm, der vom Eigentlichen ablenkt, klar strukturiert und übersichtlich. Die Bilder sind schön, hochwertig und an den richtigen Stellen platziert. Textmäßig hätte es manchmal etwas knackiger und kürzer sein können.

Ich freue mich darüber, dass es dieses Buch gibt und hoffe, dass sich jede Menge Mädels davon inspirieren lassen und ein paar hübsche Teile aus Vorhandenem hervorzaubern. Für mich jedenfalls ist es ein schöner Aufhänger, hier mal mehr ReDesigns aus unserem Kleiderschrank zu zeigen. Als Ergänzung für die ganze Familie.

GEWINNEN! -> Die glückliche Gewinnerin hat ihr Buch bereits erhalten! Danke für’s mitmachen!

Wer jetzt Lust bekommen hat, mit diesem Buch seinen Schrank mal zu überarbeiten, der hat gleich zweimal die Chance, es zu gewinnen! Der Haupt Verlag spendet 5 Exemplare und auch das, was mir zur Verfügung gestellt wurde, möchte ich gerne weitergeben an eine fiebernde Dame, die nicht zufällig schon ein Studium damit verbracht hat. Was ihr dafür tun müsst? Schreibt mir euren schlimmsten Fehlkauf und was ihr damit gemacht habt oder machen wollt!

12 thoughts on “ReDesign. Die Buchrezension. Upcycling ganz anders.

  1. Oje! Habe leider schon einige Fehlkäufe getätigt, auch wenn ich mich schon seit geraumer zeit darum bemühe, nur das Notwendigste zu kaufen. :-( Spontan fällt mir eine weiße Umstandshose als Fehlkauf ein, da ich mich absolut unwohl in dieser „Farbe“ fühle und dies schon vorher geahnt habe. Ich hoffe, dass ich mit der Hose einer Freundin, die nun schwanger ist, eine Freude bereiten kann. Falls nicht werde ich sie zur Kleiderspende geben und hoffen, dass sie noch wem nützt. *seufz*
    Auf das vorgestellte Buch wäre ich sehr gespannt, würde ohnehin gern mal meine Klamottenvorräte durchgehen & minimieren! :-) LG

  2. Wie so viele Frauen hab auch ich ein Kleidungsstück (Hose) im Schrank hängen, dass im Sale gekauft wurde und 1 … nagut, 2 Nummern zu klein ist – man könnte ja schließlich abspecken und hineinpassen!
    Leider liegt die Hose schon 10! Jahre im Schrank. Ich räum sie von a nach b und schaff es nicht, etwas Neues daraus zu machen. (Was mich ziemlich wundert, da sich mein Blog und mein ganzer Lifestyle ums kreatives (Stoff)recycling drehen)

    Definitiv ein Projekt, dass ich nun in Angriff nehmen werde – etwas tragbares aus dieser neuen/alten Hose nähen.

  3. Fehlkäufe gibt es bei mir so gut wie nicht mehr; die Altlasten sind größtenteils weitergegeben. Ich bin Fan von Kleidertausch-Veranstaltungen (http://tausch-rausch.org/tauschrausch.php), wo ich Ungetragenes gegen Teile tausche, die mir vom Stoff / vom Muster gefallen. Darunter ist ein Kleid aus den 70ern, dass vom Material und Muster toll ist, aber von der Form eher einem Schürzenkleid entspricht. Das Teil befindet sich seit geraumer Zeit in der Upcycling-Kiste, aber diesen Frühling ist es fällig! Da könnte ein wenig Inspiration helfen :) :)

  4. mein schlimmster Fehlkauf, gar nicht so einfach. Seit dem ich selber näh, hat sich das auf jeden Fall gewaltig reduziert.
    Erinnern kann ich mich v.a. an einen Knallbunten Hosenanzug mit Streifen, den ich zwar dann mal getragen habe, weil er einfach zu teuer war um ihn in Schrank zu hängen (und ihn dann später doch für glatt 2 Euro bei ebay verkauft zu haben, da hab ich mich dann geärgert, dass ich ihn nicht ins Altkleider gegeben habe).
    Inwzischen betreffen meine Fehlkäufe eher Stoffe, die dann warten und warten und warten drauf vernäht zu werden (und ich mich dann doch nicht von ihnen trennen kann…)

  5. Meine Fehlkäufe passieren eigentlich immer dann, wenn eine Naturtextilfirma wie hess natur super Abverkaufspreise hat, das aber logischerweise Teile sind, die in Farbe und Form nicht ganz so toll sind. Ich kaufe sie oft wegen des günstigen Preises, ziehe sie dann aber nur daheim oder im Notfall an, weil ich mich nicht ganz so wohl darin fühle (ein eigenartiges Braun ist eben leider nicht so tragbar wie das ausverkaufte und vorher viel teurere Schwarz).
    Vielleicht schaffe ich es jetzt endlich, die Sachen, die in Material und Farbe toll sind, aber nicht ganz so gut passen, so umzuändern, dass ich sie auch wirklich verwende, ich würde mich deshalb wirklich über das Buch freuen!
    LG Elke

  6. Hallo!
    Von der „Nahtzugabe“ hinüber gekommen und direkt festgelesen….
    Das Kleidungsthema ist gerade das aktuellste hier beim Umräumen von Winter – auf Sommergarderobe, da habe ich ein paar Sachen direkt gar nicht mehr einsortiert. Ein blöder Kauf war z.B. das Shirt in Wickeloptik mit Bändchen unterm Brustbereich. Egal, wie flach der Bauch so ist, man sieht immer ziemlich schwanger drin aus. Aber das Muster war halt so schön und die Größe stimmte auch, so habe ich nicht anprobiert – bestimmt nicht wieder ;-).
    Viele Grüße
    Vanessa

  7. Mein schlimmster Fehlkauf ist ein schwarzer, sogar teurer! Rock, den ich vor Jahren in einer Boutique gekauft habe, obwohl ich mich nicht richtig wohl fühlte darin, weil ich für einen festlichen Anlass eben dringend einen schwarzen Rock brauchte…
    Ich hatte diesen Rock also nur 1x an, ihn aber immer noch im Schrank, weil a) er eben teuer war…und b) vielleicht brauch ich ja wieder mal nen schwarzen Rock …? Bescheuert, nicht…?
    Das Buch könnte mich sicher inspirieren, aus ihm vielleicht (doch) noch was peppiges, tragbares zu machen! ;-)

  8. Mein schlimmster Fehlkauf war eine altrosa/beige Lederjacke. Die Farbe sah zuhause auf einmal anders aus (na gut, ich bin aber auch wirklich ziemlich farbenblind) und im „Kreuz“ war sie viel zu kurz. Damals konnte ich sie weitergeben, ansonsten hätte ich sie behalten und irgendwann vernäht. Allerdings tue ich mir SEHR schwer damit, gut erhaltene Kleidung zu zerschneiden.
    lg Petra

  9. Eine tolle Vorstellung, ich hab das Buch schon seit der Vorstellung auf „Ich kauf nix“ auf dem Wunschzettel :)
    Fehlkäufe… hmm. Ich kauf inzwischen fast vollständig Second Hand, auch auf Kleiderkreisel, und oft passt dann das ein oder andere Teil trotz Ausmessen nicht. Mein letzter Fall wäre ein eigentlich toller, grauer Pulli aus Wolle, der aber eher Kleidlänge hat… und Woll-Näherfahrung hab ich so gar keine :)
    Eine ganze Tüte mit Upcycling-Teilen hab ich hier aber ohnehin schon liegen, daher würde ich mich über passende DIY-Ideen sehr freuen :)

  10. Hallo,
    Erstmal ein dickes Lob für eure tolle Seite :-)
    Mein schlimmster Fehlkauf? Wahrscheinlich das Wollkleid für 100€, das mir als Frostbeule noch zu warm ist – und kratzt und kratzt, weil ich Wolle nicht gut auf der Haut vertrage… Ich habe es bisher nicht weggegeben, weil es ja so viel gekostet hat. Meine Idee: vom Oberteil trenne ich die Ärmel ab und mache mir einen Pullunder. Aus den Ärmeln mache ich Stulpen, und aus dem unifarbenen Rock wird entweder mit anderen Stoffresten eine Decke oder ein Pulli für meinen dreijährigen Sohn genäht. Und falls mich die Stulpen immer noch kratzen, kann ich sie auch verschenken :-)

  11. Ganz grosse klasse dein Blog Verena!
    Mein schlimmster Fehlkauf war ein grauer Strick Pulli mit einem fetten Schalkragen :/
    Obwohl der zwar aus ’nur‘ 30% Wolle besteht, hat der Kragen dermaßen gekratzt – das war kaum auszuhalten.

    Ich dachte, so ein Pulli wär’s im kalten Winter.. tja, das war wohl mein grösster Missgriff!
    Einmal getragen und jetzt so gut wie neu im Schrank. Das nervt ganz schön..

    Vielleicht werde ich ihn an ein humanitäres Hilfswerk weitergeben oder sonst wie verschenken.

    Ganz liebe Grüße,
    Jeana

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