Einpacken und Abfahren! [Werbung]

Das Fahrrad – seit seiner Erfindung das demokratischste und am weitesten verbreitete Fortbewegungsmittel auf dieser Erde – gibt es schon über 200 Jahre und es beschäftigt in den letzten Jahren so einige, die sich mit dem Thema Mobilität in der Stadt auseinandersetzen. Ständig gibt es irgendeinen Zeitungsartikel oder TV-Beitrag dazu, wie man Fahrräder und mehr Lebensqualität rein in die Städte bekommt. Noch bis Ende dieser Woche zeigt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main die Ausstellung FAHR RAD! Die Rückeroberung der Stadt, zu der auch ein Buch erschienen ist. 

Hier geht es aber diesmal nicht ums Darum, Ob und Warum. Sondern um das Wie. Denn in den letzten 200 Jahren hat sich beim Fahrrad einiges getan und ich möchte euch ein Cargo-Bike* vorstellen, das mich schon lange interessiert und das ich dieses Jahr endlich auf Herz und Nieren testen konnte! Nämlich, das ist mal klar: Wer Personen oder Lasten transportieren muss und weder Lust auf Parkplatzsuche hat noch Geld für Parktickets verschwenden will, sollte sich nach einer Alternative in der Stadt umsehen. Denn im Schnitt verbringt jeder Deutsche pro Jahr 41 Stunden damit, einen Parkplatz zu suchen. Von der Zeit, die wir im Stau stehen, mal ganz zu schweigen…

Der Himmel ist startklar

Es gab mal eine Zeit, da war es 4 Grad Celsius. Gerade (noch) schwer vorstellbar, aber ich kann die kalte Luft schon förmlich wieder riechen, die bald auf den Hot Hot Summer folgen wird… Als ich im Frühjahr mein Leihrad im Riese & Müller-Werk bei Darmstadt entgegennehme, sind die Temperaturen noch sehr knackig, der Himmel aber intensiv blau, keine Wolke weit und breit. 47 Kilometer sind es von hier bis zu meiner Haustür in Wiesbaden. Die Strecke, die ich normalerweise bequem im Zug sitze, fahre ich also bei herrlichstem Wetter mit dem Rad. Und wie ich auf meiner Tour feststelle, einen großen Teil parallel zu „meiner“ Bahnstrecke. Der Auftakt zu 4 Wochen Testfahrt ist schon mal wunderbar, auch wenn das Bike erst richtig auf den Prüfstand kommt, wenn die Kinder mitfahren.

Die E-Bikes von Riese & Müller schneiden in Tests durchweg mit Bestnoten ab und ich war schon lange neugierig, ob sie wirklich so gut sind. Auf meinen Wunsch hin bekam ich nun die Gelegenheit, ein Cargo-Bike in unserem Alltag auf die Probe zu stellen und entschied mich für das Riese & Müller Packster60 nuvinci mit 2 Kindersitzen. Alternativ neben dem Packster hat R&M noch das Load als Transportrad im Sortiment, das sich jedoch eher für Lasten oder ein Kind eignet, für zwei ist es zu klein.

Ich wollte die Gelegenheit nutzen, das Rad persönlich abzuholen, denn Weiterstadt, der Sitz von Riese & Müller, liegt direkt neben meiner Heimat Darmstadt. Dort findet die gesamte und aufwändige Endmontage der Räder statt, die Atmosphäre dort ist geschäftig und gut. Im Vorfeld war ich etwas nervös, ob der Wettergott mir wohl gnädig sein würde, aber ich hätte mehr Glück nicht haben können. Nach einem ausführlichen Rundgang durch die heiligen Hallen war es dann so weit und ich bekam eine Einweisung für mein Bike. Dann ging es endlich los durch Wald und über Feld und manchmal direkt entlang der Autobahn. Obwohl ich vermutlich keine Strecke in meinem Leben so oft gefahren bin wie die zwischen Darmstadt und Wiesbaden war diese neue Perspektive vom Rad aus neu für mich. Und direkt mal ein guter Test für die DualBattery Technology, die beim Packster zum Einsatz kommt: Zwei Batterien, die gemeinsam den Antrieb unterstützen. Dadurch verdoppelt sich die Reichweite und die Akkus werden deutlich entlastet.

Ich hätte mir ja früher kein E-Bike vorstellen können, ich meine, ich bin immerhin erst in meinen Dreißigern. Doch selbst ein Fahrrad mit Motorunterstützung ist immer noch sportlicher, als im Auto zu sitzen. Und für die alltäglichen Fahrten mit Kindern und Einkäufen eigentlich alternativlos, wenn man zügig vorwärts kommen möchte oder muss. Und in einer Stadt wie Wiesbaden, wo es bergauf und bergab geht, kommt man ohne Unterstützung nicht weit. Vor allem, wenn man Wege nach dem geringsten Autoaufkommen wählen will, nicht nach der geringsten Steigung.

Nach dieser intensiven Fahrt nach Hause hatte ich trotz Motorunterstützung ziemliche Puddingbeine. Denn, und das finde ich ideal an E-Bikes: Ich kann die Intensität frei wählen. Ob gemütliche Spazierfahrt bei höchster Motorunterstützung und Highspeed nur mit Muskelkraft kann genau der Fahrmodus gewählt werden, der in diesem Moment für einen selbst am Besten passt. So muss das E-Bike nicht automatisch zum Seniorenvehikel werden und sportlicher als das Gaspedal im Auto zu treten ist es allemal.

Alltag mit Packster

Unsere Testwochen haben wir vor allem damit verbracht, das Packster60 im Alltag auf Herz und Nieren zu prüfen. Wir sind täglich 10 Kilometer gefahren, um die Kinder durch den Stadtverkehr zur Kita zu bringen und wieder abzuholen. Hinzu kamen noch unsere Einkaufsfahrten auf den Wochenmarkt und eine Handvoll kleinere Ausflüge.

Wir konnten jede Witterung einmal ausprobieren, die Kinder waren zeitweise mit dicken Winterjacken bekleidet und das Regenverdeck kam auch häufig zum Einsatz.

Die stufenlose Nuvinci-Schaltung ist gerade für Fahrten mit ständig wechselnder Steigung und Stop-and-Go im Straßenverkehr super komfortabel und schaltet ganz smooth von einem Gang zum nächsten. Die Schaltung ergänzt sich perfekt mit der hydraulischen Scheibenbremse, die für eine hohe Sicherheit sorgt. Eine einfache Scheibenbremse, wie sie an unserem Mountainbike montiert ist, hat mich in einer brenzligen Situation schon zu Boden gebracht. Bei unserem holländischen Lastenrad, das wir in Köln hatten, war eine gewöhnliche Zugbremse verbaut, die ständig ausleierte und mit der sich der Bremsweg gefährlich verlängerte. Die hydraulische Scheibenbremse des Packster reagiert sofort und dabei nicht ruckartig, also quasi sanft und zackig.

Querwaldein

Nach ein paar stürmischen Tagen machten wir eine Tour durch den Wiesbadener Wald, überall heruntergefallene Äste am Boden. Durch die breiten Reifen und den tiefen Schwerpunkt der Transportbox brachte das Packster unsere Kinder ebenso sicher darüber wie über das schädelgroße Geröll auf einem Teil der Strecke, bei der ich auf meinem normalen Mountainbike schon echte Probleme hatte.

Fazit: This is it!

Im Vergleich zu unserem holländischen Lastenrad, das wir in Köln hatten, bietet das Packster60 relativ wenig Stauraum, was uns definitiv fehlte. Beim Packster80 sieht das schon anders aus, aber auch das kann nicht völlig mithalten. Dafür haben die Riese+Müller-Cargos aber den entscheidenden Vorteil, dass sie im Gegensatz zum Holland-Cargo für jeden Einsatz zu haben sind. Der Fahrcomfort ist sowohl im Straßenverkehr als auch im Gelände einfach nur der Hammer. Die Kinder sitzen super bequem und bestens gefedert, allerdings nicht auf einer erhöhten Bank sitzen, so dass der Schwerpunkt des Rades relativ tief sitzt, das Rad ist damit auch bei voller Beladung gut zu handeln, auch für kleine Menschen wie mich. Durch eben diesen Umstand und durch die Akkupower dürfte der Fahrcomfort auch mit zusätzlich montiertem Heckkindersitz und Gepäcktaschen gegeben sein.

Das Packster60 kostet in der Ausstattung, die wir jetzt zum Probefahren hatten, 6.700 Euro. Das ist auf jeden Fall ein stolzer Preis, der sich aber durch einen sehr hohen Wiederverkaufswert, geringen Wartungskosten, der extrem hochwertigen Ausstattung und dem großen und sicheren Fahrcomfort absolut rechnen. Ich habe es schweren Herzens wieder abgegeben, weil es einfach großen Spaß gemacht hat, damit unterwegs zu sein. Und auch leidenschaftliche Autofahrer fanden das Teil ziemlich cool! Zum Beispiel der Typ mit seinem fett getunten AMG-Mercedes, der Orlando mehrmals hinterherrief:

„Ey, das is ja mal’n geiles Fahrrad!“

Probieren geht über Studieren

Es gibt fast überall Partner für eine Probefahrt mit den Riese+Müller-Bikes. Außer in Wiesbaden, hier fährt nur der einmalige Kiezkaufhaus-Lieferservice mit R+M-Lastenrädern durch die Gegend, dort werden aber immer mal FahrerInnen gesucht.

Wer in Köln lebt oder zu Besuch ist, kann seit letztem Jahr auch spontane Ausflüge mit einem von 50 Packster80 unternehmen, eine vorherige Anmeldung beim Naturstrom-Verleihsystem Donk-ee vorausgesetzt. Wir haben das diesen Sommer gemacht und es war einfach super!

Ein Herz für gute Technik

MOTOR Bosch Drive Unit Performance CX  

Der stärkste Motor zur Zeit auf dem Markt. Haben wir auch beim E-Bike, mit dem wir unseren Fahrradanhänger ziehen und der kommt mit etwas Muskeleinsatz ziemlich mühelos den steilsten Berg hinauf.

AKKU Bosch PowerPack 500 Performance, 36 V, 13,4 Ah/500Wh

Wir konnten die DualBattery Technology mit 1000Wh testen, bei der ein zweiter Akku unterhalb der Transportkiste montiert wird. Dieser ließ sich zeitweise recht schwer einrasten, was möglicherweise an der knackigen Außentemperatur gelegen hat. Der Nutzen ist groß, denn so kann man auch mit voller Ladung richtig lange und anspruchsvolle Touren unternehmen.

GANGSCHALTUNG NuVinci N380SE, stufenlose Nabenschaltung, Riemenantrieb

Die stufenlose Schaltung ist die perfekte Ergänzung zum starken Motor. Einfach weitertreten, so geht kein Schub verloren, und gerade beim Stop and Go im Stadtverkehr, bei den wechselnden Steigungen und dem häufigen Abbiegen, wenn man abseits der Autokarawanen fahren möchte, vermisse ich diesen Fahrkomfort der NuVinci Nabenschaltung sehr, seit ich das Packster wieder abgeliefert habe.

BREMSE Tektro Auriga Comp, hydraulische Scheibenbremse

Ich bin ja kein Radprofi, außer dass ich jeden Tag Rad fahre, aber ich bin bisher noch mit keinem Bike unterwegs gewesen, mit dem ich so eine gute Übersetzung beim Bremsen hatte. Das Anhalten durch Bremsen funktioniert direkt, konsequent und trotzdem super weich. Es ist wirklich genial, weil es die Sicherheit im Straßenverkehr enorm erhöht. Das Rad steht direkt still, dabei blockieren die Reifen nur so, dass man nicht abhebt oder umkippt. Was den Bremsvorgang betrifft, habe ich mit anderen Rädern schon echt haarige Situationen mitsamt Kratzern und kaputten Hosen erlebt. Mit dem Packster hatte ich in 4 Wochen nie einen solchen Moment.

DISPLAY Bosch Intuvia

Da bin ich Purist und für mich ist das Bedienfeld in der Basisverson völlig ausreichend und zweckmäßig. Kilometerstand kann ebenso angezeigt werden wie die Uhrzeit, Geschwindigkeit, Akkustand und Gänge, mehr braucht es ja auch nicht.

REIFEN 20‘‘ Schwalbe Big Ben Plus / 27,5‘‘ Schwalbe Super Moto-X

Durch die breiten Reifen hat das Rad eine enorm gute Stabilität und bleibt nicht so einfach irgendwo hängen. Ob sich auch Straßenbahnschienen gefahrlos überqueren lassen, konnte ich nicht testen, in Wiesbaden wird immer noch gezankt, ob es nun eine Citybahn geben wird oder nicht.

Für Offroad-Fahrten ist das Rad aber durch die Reifen auch hervorragend gerüstet. Bei einer Tour durch den Wald sind wir über eine Geröllpiste gefahren, bei der ich mit dem Mountainbike echte Schwierigkeiten hatte. Orlando vor mit den Kids im Packster vorweg, entspannt, als wäre der Weg nicht übersät mit fußballgroßen Steinen. Das liegt sicher auch an seiner Downhill-Erfahrung, aber die breiten Reifen halfen definitiv dabei, dort unfallfrei durchzukommen.

BELEUCHTUNG Supernova E3 E-Bike / Busch & Müller Secula plus

Eine ganz große Stärke bei E-Bikes sehe ich bei der Beleuchtung. Denn die kann über den Akku laufen, was die verlässlichste Variante der Fahrradbeleuchtung ist. Mit der Erfahrung der letzten Jahre und einigen ungewollten Dunkelfahrten (Sorry für alle, die sich über unbeleuchtete Radfahrer aufregen, es gibt einfach ziemlich viele schrottige Lampen auf dem Markt, dauernd lockern sich Schrauben oder sonstwas…) kann ich generell nur empfehlen, niemals an der Beleuchtung zu sparen! Beim Packster ist die Lampe über den Akku gespeist und so ist es nahezu unmöglich, im Dunkeln fahren zu müssen. Das Licht lässt sich bequem am Display an- und ausstellen.

SONDERZUBEHÖR

Transportbox

Diese ist aufgrund unterschiedlicher Nutzungsvarianten nicht direkt serienmäßig vorhanden. Für den Kindertransport unerlässlich. Für die DualBattery Technology ebenfalls, da der Zweitakku an der Unterseite der Box befestigt werden muss.

Die Box beim Packster gibt es in unterschiedlichen Größen. Je nachdem, ob man das Packster 40 (Passt aufgrund seiner kompakten Maße in die Bahn und fast jeden Bahnhofsaufzug, für 1 Kind), Packster 60 (hatten wir, für 2 Kinder bis 8 Jahre) oder Packster 80 (für 2 Kinder bis 8 Jahre und Gepäck) wählt.

Die Box des Packster 60 fanden die Kinder bequem und durch den tiefen Schwerpunkt bleibt das Rad sehr gut im Gleichgewicht. Im Vergleich zu den klassischen Lastenrädern ist die Box schon recht klein und wir mussten uns mit Gepäck und Kindern immer etwas organisieren. Wäre es kein Leihrad gewesen, hätten wir uns auf jeden Fall einen Gepäckträger und große Taschen angeschafft sowie noch einen normalen Fahrradkindersitz, damit wir auch mal noch ein 3. Kind mitnehmen können und mehr Platz für den Wocheneinkauf hätten.

Mit der Erfahrung, die ich mit Kindern und Fahrrad in den letzten Jahren gemacht habe, würde ich mich heute vermutlich direkt für ein Cargo von Riese+Müller entscheiden. Was mich auf jeden Fall an dem Rad, am Unternehmen und seiner Entwicklung sehr beeindruckt hat: Was sie machen, machen sie aus Leidenschaft, Überzeugung und richtig richtig.

*Cargobike, auch Transportrad/Lastenrad: Ein Fahrrad, das dem Transport von Lasten und/oder Personen dient. Es gibt je nach Einsatzgebiet unterschiedliche Ausführungen mit zwei, drei oder manchmal vier Rädern. Durch einen Elektro-Antrieb können die Nutzungsmöglichkeiten erheblich erweitert werden.

Dieser Text enthält Affiliate Links. Wenn ihr die Produkte über den Link kauft, erhalte ich eine Provision, die es mir möglich macht, mich weiter für Zero Waste einzusetzen, sei es auf diesem Blog, in den sozialen Medien oder „auf der Straße“. Riese+Müller stellte mir das Testrad auf meinen persönlichen Wunsch zur Verfügung, weil ich Empfehlungen für Produkte nur geben kann, wenn ich sie selbst auf Herz und Nieren geprüft habe.